AKTUELLES

19. Juli 2021

Mitgliederversammlung RBV Wetterau-Frankfurt 2021

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Coranabedingt etwas später im Jahr als üblich, hielt der RBV seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Über 50 Wetterauer und Frankfurter Bauern waren der Einladung gefolgt und nahmen an der Versammlung teil. Neben den Regularien gab es jedoch - im Unterschied zum Vorjahr - einen Gastredner: Hans-Georg Paulus, der neue Generalsekretär des HBV, stellte sich den Wetterauer und Frankfurter Bauern vor.

In ihrem Tätigkeitsbericht konnte die Vorsitzende Andrea Rahn-Farr auf ein aktiv gestaltetes Geschäftsjahr 2020 verweisen. Ihr Fazit fiel durchwachsen aus. Die Anstrengungen des Bauernverbandes in der Öffentlichkeitsarbeit seien erfolgreich, wie die deutlich verbesserte Wahrnehmung der bäuerlichen Anliegen zeige. Im Hinblick auf das Ziel, die regionale Erzeugung und Verarbeitung zu stärken, laufe die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Gruppierungen immer besser. Auch mit dem Wetteraukreis und dem Fachdienst Landwirtschaft gebe es eine grundsätzlich gute Zusammenarbeit. Rahn-Farr betonte: „Die zuständigen Behörden im Wetteraukreise sollten ihre Spielräume zugunsten der Betriebe nutzen. Wir brauchen keine reine Eingriffsverwaltung, sondern eine aktive Beratung, auf die die Landwirte in speziellen Betriebszweigen wie der Direktvermarktung vertrauen können!“ Große „Baustellen“ seien nach wie vor die Düngeverordnung, das Insektenschutzprogramm und die gesetzgeberischen Vorhaben mit erhöhten Auflagen in der Tierhaltung.

Mit dem Inkrafttreten der AVDüVO (Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung)  am 01.01.2021 ist die Ausweisung der „roten“ (nitratsensiblen) und „gelben“ (eutrophierten) Gebiete erfolgt. „Die Bauernverbände haben sich frühzeitig in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht und Stellungnahmen und fachliche Einwände gebracht. Auch bei den Protesten und bei der Mahnwache in Wiesbaden, welche gemeinsam mit LsV Hessen organisiert wurde, waren wir aktiv dabei“, so die Vorsitzende. „Diese Möglichkeiten haben wir ausgeschöpft. Für die weiterhin bestehenden Fehler in den Verordnungen – unter anderem was die Auswahl der Messstellen sowie die Validität der Messwerte betrifft – müssen wir den bereits 2020 beschrittenen Weg der Normenkontrollklage weitergehen.“ Im Hinblick auf diese Klage hat der RBV ein hydrogeologisches Gutachterbüro damit beauftragt, die Messstelle Ossenheim sowie die Abgrenzung des Wetterauer Grundwasserkörpers einer Prüfung zu unterziehen.

Hans-Georg Paulus, der neue Generalsekretär des HBV, stellte sich den Mitgliedern vor und referierte unter dem Titel „Zukunft braucht Veränderung“. Paulus berichtet über die ausgeweitete Social-Media-Arbeit bis hin zu einer neuen Homepage beim HBV, um die Kommunikation nach innen und außen zu verbessern. Besonders interessant für die Mitglieder waren die Berichte vom Runden Tisch Insektenschutz Hessen, der infolge der Proteste gegen das Aktionsprogramm Insektenschutz ins Leben gerufen wurde. Hier sitzen die Landespolitik und die Vertreter der Naturschutzverbände gemeinsam mit Präsident Karsten Schmal und Generalsekretär Paulus am Verhandlungstisch, um einen „hessischen Weg“ (analog dem „niedersächsischen Weg“) zu finden, damit geklärt wird, was die Gesellschaft von den Bauern erwartet und wie die von Landwirten erbrachten Umweltleistungen zukünftig auch entlohnt werden können.

In seinem Geschäftsbericht ging Geschäftsführer Marcus Schepp auf die Entwicklungen im Verband ein. Aktuell hat der RBV etwa 1200 Mitglieder – bei sinkender Tendenz auf Grund des Strukturwandels in der Landwirtschaft.  Allerdings ist die Beitragsehrlichkeit – gerade wenn neue Pachtflächen übernommen werden – nicht immer gegeben. Hier ruft der RBV dazu auf, die bewirtschaftete Fläche korrekt anzugeben. Im Kassenbericht positiv bemerkbar gemacht haben sich die in 2020 eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen. Mit Marcus Schepp als Geschäftsführer in Teilzeit und Florian Dangel mit 2 Sprechtagen als Justitiar ist der RBV hier gut aufgestellt.

Der Bedarf an Beratung der Mitglieder steigt insgesamt eher an, sei es bei rechtlichen Fragen rund um den Betrieb, der Unterstützung bei Anträgen oder als Beistand für Ortsverbände, die durch Ausweisungen von Baumaßnahmen,  Schutzgebieten o.ä. betroffen sind. Auch die Nachfrage für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit – sowohl der Betriebe als auch der Ortsbauernverbände – steigt. Mit Anke Krüger haben die Betriebe und Untergliederungen hier eine kompetente Ansprechpartnerin an ihrer Seite. Im Jahr 2020 wurden z. B. über 50 Banner gestaltet, gedruckt und verteilt. Die weiteren Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit stellte Frau Krüger in Form eines Videos vor.

Die Wahlen zum Vorstand brachten auf einer Position einen Wechsel: Heinz Thönges schied altersbedingt aus dem Gremium aus. Als Kandidat stellte sich Frank Edelbauer (Bad Nauheim) der Versammlung vor, der mit seiner Familie in Bad Nauheim einen Ackerbaubetrieb bewirtschaftet und auch im Gebietsagrarausschuss engagiert ist. Zur Wiederwahl stellte sich Stephan Cornel (Frankfurt) zur Verfügung. Beide bekamen ein einstimmiges Votum.

Andrea Rahn-Farr verlieh anschließend Heinz Thönges aus Bad-Nauheim Steinfurth die silberne Ehrennadel des HBV als Dank und Anerkennung für die langjährige Mitarbeit im Vorstand. Er wurde in 1999 in den Vorstand gewählt, etwas später auch in den geschäftsführenden Vorstand. Außerdem war er bis 2019 Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften Wetterau. Er hat stets Verantwortung übernommen und scheute sich niemals vor klaren Worten. Er gehörte 22 Jahre dem Vorstand an und hat in dieser Zeit wesentlich zur Weiterentwicklung beigetragen. Heinz Thönges wird im November 68 Jahre alt und ist damit „Dienstältester“ in der Vorstandsrunde. Er zieht sich nicht komplett aus dem Ehrenamt zurück, sondern bleibt zum Beispiel in seinem Amt als Magistratsmitglied der Stadt Bad Nauheim aktiv und ist immer auch ein Fürsprecher für die Landwirtschaft.

16. Juli 2021

Wetterauer-Hochwasserhilfe

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Wer aus der Region helfen will: Heute Abende startet ein Konvoi aus der Wetterau

mit Schleppern, Geräten, Werkzeugen usw. und Leuten ins Krisengebiet. Es geht los um 22 Uhr in Büdingen-Wolferborn.
Wer kann:  bitte helft mit! Das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe übertrifft alles je dagewesene.
Hier der Kontakt zu René Pisarz für alle die sich – in welcher Form auch immer – beteiligen wollen:
+49 160 90301670

 

 

Pressemeldung zum Downloaden: Hier

19. April 2021

Vandalismus gegen Plakate und Info-Tafeln der örtlichen Bauern – Zeugen gesucht – Gesprächsangebot an die Verursacher

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Am frühen Samstagmorgen fiel es der Berstädter Bevölkerung sofort ins Auge: Alle vier Bauzaun-Plakate, die der Ortsbauernverband an verschiedenen Stellen in der Gemarkung aufgestellt hatte, wurden mit Farbe beschmiert. In großen roten Lettern hat jemand „FAKE“ über die Bilder geschrieben und sie damit verschandelt. Auf den Plakaten stehen Botschaften der Bauern wie „Bedarfsgerechte Düngung sichert die heimische Lebensmittelversorgung“ oder „Regionale Bauern pflegen und erhalten die Kulturlandschaft“.

Fassungslos stehen Andreas Storck und seine Kollegen aus Berstadt vor den verschandelten Plakaten und fragen sich: „Wer macht sowas? Und warum – was will der- oder diejenige damit erreichen?“ Sie wollen die Sachbeschädigung zur Anzeige bringen und suchen deshalb nach Zeugen.

Diese Art des Vandalismus ist Teil einer Serie zeitgleicher Sachbeschädigungen im Verbandsgebiet des Regionalbauernverbands: In Münzenberg wurden Feld-Tafeln mit Erläuterungen zum Thema Insektenschutz verunstaltet. In Butzbach-Griedel haben unbekannte Schilder mit Informationen zum Rapsanbau, welche am Feldrand eines Rapsackers aufgebaut waren, heruntergeschlagen und zerbrochen.

Die Vorsitzende des Regionalbauernverbandes, Andrea Rahn-Farr, reagiert enttäuscht auf die Zerstörungen: „Mit unserer Plakataktion möchten wir auf die Lage der Landwirtschaft aufmerksam machen und auf ihre Leistungen für die Kunden und die Gesellschaft hinweisen. Wir suchen immer das Gespräch mit den Bürgern und die Landwirte freuen sich, wenn sie z. B. von Spaziergängern bei der Feldarbeit angesprochen und nach ihrer Tätigkeit gefragt werden. Da gibt jeder gerne Auskunft – denn wir werben um Verständnis für unsere Arbeit, und Verständnis hat auch was mit Verstehen zu tun,“ so Rahn-Farr. Sie stelle fest, dass die Themen rund um die Landwirtschaft viele Menschen interessierten, weil es dabei um unsere Lebensgrundlagen geht. „Regionale Erzeugnisse sind so stark gefragt wie nie, und die Sorge um die Artenvielfalt, das Klima oder den Schutz des Grundwassers beschäftigt die Leute – gerade auch aufgrund Berichterstattung in den Medien, wo es nicht immer fachlich korrekt zugeht“, konstatiert sie. Und weiter: „Unser eigenes Selbstverständnis weicht von der Art und Weise, wie die Gesellschaft uns wahrnimmt, derzeit offenbar stark ab. Wir möchten gerne zeigen, dass wir verantwortungsbewusst und nachhaltig wirtschaften. Dazu tragen die jährlich wachsenden Blühflächen bei – dieses Jahr hat der Regionalbauernverband per Sammelbestellung Saatgut für ca. 100 ha Blühflächen ausgegeben. Aber auch die grundwasserschonende Bewirtschaftung der Flächen und der Humusaufbau durch Zwischenfrüchte und organische Düngung sind gute Beispiele dafür.“

Und das Gesprächsangebot an die Bürger gilt ebenso für die Plakate-Zerstörer: „Wir sind bereit, von einer Anzeige abzusehen, wenn sich die Verursacher bei uns melden. Sehr gerne würden wir erfahren, was sie an der Wetterauer Landwirtschaft kritisieren und warum sie unsere Plakate für „Fakes“ halten. Denn nur im Gespräch können wir solche Konflikte klären,“ verdeutlicht Andrea Rahn-Farr.

Wer etwas beobachtet hat und zur Klärung beitragen möchte, kann sich unter info@wetterauer-bauern.de oder telefonisch unter 0 60 31/9 17 52 melden.

 

 

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